Hier findet ihr eine kleine Auswahl meiner Fotos aus den verschiedensten Höhlen in Deutschland und Frankreich. Mit der Zeit werden sich die Galerien verändern, neue Galerien werden dazu kommen und alte Fotos ersetzt durch neue.

Höhlenfotografie

Die Höhlenfotografie ist eine Kunst für sich. Nicht nur weil es wenig mit der Fotografie über Tage zu tun hat, sondern auch weil es gilt, Blitze, Licht und Schatten und vor allem die Modelle und Blitzsklaven richtig zu positionieren. Dazu kommt dann noch eine ordentliche Portion Timing, denn immerhin sollten alle Blitze auslösen, solang die Blende noch offen ist.

Bei der Höhlenfotografie muss zunächst das Motiv richtig ausgewählt werden. Dazu brauch man schon eine gute Portion Vorstellungsvermögen und Erfahrung. Dann ist es auch möglich, aus mittelmäßigen Motiven ordentliche Fotos heraus zu bekommen.

Natürlich sind auch noch andere Faktoren wichtig für ein gutes Foto. Maßgeblich für ein gutes Höhlenfoto sind natürlich auch die Ausleuchtung, die Belichtung, die Blende, die Ausrüstung an sich, eventuelle Größenvrgleiche mit Modellen und natürlich unverzichtbar, die Blitzsklaven. Im folgenden gehe ich kurz auf die einzelnen Faktoren ein und erkläre kurz die Bedeutung und was man wissen sollte.

Ausrüstung

Grundlagen für jeden Höhlenfotografen ist seine Ausrüstung. Welche Kamera man dabei benutzt, ist größtenteils Geschmackssache. Wichtig dabei ist nur, dass man möglichst viel selber einstellen kann und es die sogenannte BULB-Stellung (Dauerbelichtung) gibt. Ich benutze derzeit eine Digitale Canon EOS 1000D mit dem Standard EFS 18-55mm Objektiv. Unverzichtbar als Ergänzung zur Kamera ist sicherlich ein stabiles und verstellbares Objektiv.
Um für ausreichend Licht zu sorgen, benutze ich verschiedene Blitze von diversen Marken. Die meisten sind günstig bei Ebay ersteigert und von No-Name Herstellern. Wichtig bei den Blitzen ist mir nur die Leitzahl, also die Blitzstärke. Je nach Höhle und Motiven nehme ich dafür Blitze von Leitstärke 12 bis 45. Wobei der Blitz mit Leitzahl 12 fast ausschließlich dazu benutzt wird, um meine anderen Blitze auszulösen. Um die anderen Blitze auszulösen, habe ich Servo-Auslüser namens Firefly. Diese sind extrem empfindlich und funktionieren auch auf große Entfernungen und mit sehr wenig Licht.

Ausleuchtung

Für die Ausleuchtung bei der Höhlenfotografie gibt es einiges was man beachten sollte und was man machen kann um bestimmte Effekte zu erzielen. Generell habe ich für mich eine Regel aufgestellt. Niemals einen Blitz direkt auf die Kamera montieren oder den eingebauten Kamerablitz benutzten. Für meinen Geschmack macht das ein Höhlenfoto platt und nimmt viel von dem was ein gutes Foto ausmacht.
Um ein gut ausgeleutetes und wirklich gutes Höhlenfoto hin zu bekommen, gibt es ein paar kleine, aber sehr wirksame Möglichkeiten die Blitze anzuordnen. Um einen möglichst plastischen Effekt zu erzielen, sollte man mit Gegenlichtern arbeiten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Blitz nicht direkt in die Kamera scheint, sondern gut hinter Tropfsteinen, Modellen oder anderem versteckt ist.
Ebenfalls muss man darauf achten, was man mit den Blitzen ausleuchten will. Jeder Oberfläche reflektiert das Licht anders. Weißer Sinter benötigt nicht all zu viel Licht, Lehm dagegen verschluckt fürmlich das Licht.
Belichtung

Die Belichtung, bzw. die Belichtungszeit ist entscheident für das Licht, welches auf dem Film (oder heutzutage auf den Sensor) gelassen wird. Je länger die Belichtungszeit, desto mehr Licht kann man einfangen. Mehr Licht ist aber nicht immer toll, denn wenn sich etwas bewegt, ist es auf dem Foto verwackelt. Man sollte also darauf achten, dass nichts bewegliches im Bild ist, wenn man eine Langzeitbelichtung durchführt. Oder man braucht Modells, die wirklich absolut stillhalten können.

Blende

Die Blende ist, wie die Belichtungszeit, verantwortlich dafür, wieviel Licht durch das Objektiv gelassen wird. Die Blende ist eine Iris im Objektiv, die die Breite des einfallenden Lichtstrahls definiert.
Bei einer großen Blendenzahl ist die Iris wenig geöffnet. Durch die Bündelung des Lichtstrahls erhöht man so den Bereich des Höhlenfotos, welches scharf ist. Andersrum wird die Schärfe geringer, je kleiner die Blendenzahl ist. Kleine Blendenzahlen eignen sich besonders gut für Nahmaufnahmen.
Eine sehr gute Erklärung gibt es bei Wikipedia.

Größenvergleiche

Unverzichtbar für die Höhlenfotografie ist ein guter Größenvergleich. Zum einen kann man damit das Bild optisch aufwerten und zum anderen zeigen wie die Größenverhältnisse in der Höhle wirklich sind. Dabei kann man natürlich auch ein bisschen schummeln. Je näher das Model an der Kamera steht, desto größer wirkt es. Andersrum kann man ein Model auch ein paar Meter hinter dem eigentlichen Motiv positinieren um so das Objekt größer erscheinen zu lassen.

Blitzsklaven

Last but not least, die Blitzsklaven. Ohne diese äußerst seltene Rasse, wäre die Höhlenfotografie fast nicht möglich. Zu jedem guten Höhlenfotograf gehören auch einige Blitzsklaven. Sie sind es die unermüdlich die Anweisungen des nervenden Höhlenfotografen umsetzen, den Blitz in unmöglichen Positionen festhalten oder positionieren und sich regelmäßig den Allerwertesten abfrieren.

An dieser Stelle deshalb auch ein großes DANKE an alle Blitzsklaven! Ohne euch wäre so manches Höhlenfoto nicht möglich!

Die Höhlenfotografie ist eine kleine Wissenschaft für sich. Nur durch Probieren, Testen und Versuchen kann man lernen und ein guter Höhlenfotograf werden. Dank der Digitalkameras ist die Höhlenfotografie deutlich angenehmer und komfortabler geworden. Immerhin lässt sich so direkt vor Ort erkennen, ob alle Blitze richtig positioniert sind und ob das Licht generell stimmig ist. Das größte Problem der Höhlenfotografie ist und bleibt allerdings, die Blitzsklaven und Modelle bei Laune zu halten, trotz Kälte und Schmerzen.