Höhlenforschung – Mehr als nur ein Hobby

Höhlenforschung ist nicht nur ein Sport, mehr als nur ein großes Abenteuer und weit mehr als eine Wissenschaft die man studieren kann. Höhlenforschung ist eine Mischung aus all dem und noch mehr. Ohne sportlich zu sein, gibt es kein Abenteuer und nichts zu erforschen und ohne ein spezielles Wissen, wäre es eine unnötig komplizierte Sportart. Der Reitz liegt also ganz klar in der Mischung, gepaart mit der Möglichkeit einzigeartiges zu entdecken oder Boden zu betreten den noch nie zuvor ein Mensch betreten hat.

Warum ist Höhlenforschung wichtig und richtig?

Seid sich unsere Spezies Mensch nennt, unterscheiden wir uns vom Affen durch unseren Forscherdrang und durch die Fähigkeit Wissen zu generieren und weiter zu geben. Schon unsere Vorfahren haben Höhlen bewohnt und nachgewiesen auch erforscht. Durch Funde von Fakeln, Feuerstellen und Höhlenmalereien konnte nachgewiesen werden, dass Menschen bereits in der Steinzeit tief in Höhlen vorgedrungen sind.
Durch Höhlenforscher der modernen Zit wurden bereits zahlreiche bedeutende Funde gemacht, die uns einen tiefen und detaillierten Einblick in unsere Vergangenheit geben. 2004 wurde durch den Arbeitskreis Kluterthöhle in Hagen Holthausen die Blätterhöhle erforscht. Bei der Erforschung stießen die Forscher auf menschliche Knochen. Durch weitere archäologische Ausgrabungen wurden bis heute (Stand Mai 2014) 28 Individuen identifiziert. Die ältesten Knochen haben ein Alter von 10.700 Jahren und sind somit die ältesten Funde moderner Menschen in Westfalen. Die Ausgrabungen dauern noch immer an und es werden sicher weitere wichtige Funde ans Tageslicht kommen.
Neben den Funden menschlicher Überreste, wurden in den vergangenen Jahren auch andere bedeutende Funde in Höhlen gemacht. Im hessischen Breitscheid wurden vor wenigen Jahren im Adventhöhlen-Herbst-Labyrinth eine neue, spezialisierte Lebensart entdeckt. Dabei handelt es sich um Bakterien, die in Wasserbecken in der Höhle leben und klebrige Fäden ausbilden. An diesen Fäden lagert sich gelöster Calzit hab und bildet sogenannte Poolfingers aus. Diese hoch spezialisierte Lebensform war sogar für die NASA interessant, die sich durch diese Bakterien Rückschlüsse auf eventuelles Leben im All ziehen erhofft.
In Karstgebieten die vom Menschen besiedelt sind, wie zum Beispiel Ennepetal oder Iserlohn, ist es extrem wichtig zu wissen, wo sich die Höhlen im Untergrund befinden. Durch die Höhlenforschung ist es möglich, genaue Aussagen über die Sicherheit der Städte und einzelnen Gebäude zu treffen, die sonst nur durch komplizierte und aufwendige Bohrungen möglich sind.
Auch in vielen anderen Bereichen konnten bedeutende Ergebnisse und Beiträge zu verschiedensten Wisschenschaften geleistet werden. Sicherlich eine der wichtigsten Entdeckung der vergangenen Jahr, war das Ergebnis von Untersuchungen von Tropfsteinen. Durch diese Untrsuchungen konnte belgt werden, dass Höhlen einzigartige Klimaarchive sind. Mittels einer Analyse der Zusammensetzung verschiedener chemischer Elemente und Ionen ist es möglich, genauste Rückschlüsse auf das Klima außerhalb der Höhle zu ziehen für den Zeitpunkt als das untersuchte Stück Tropfstein gewachsen ist. Je älter der Tropfstein ist, desto weiter in die Vergangenheit können die Klimapaläontologen zurück blicken.

Was muss man in der Höhlenforschung beachten?
An erster Stelle steht natürlich die Sicherheit. Kritische Stellen werden mit Hilfsmitteln ausgestattet um Risiken zu minimieren oder das passieren der kritischen Passage zu Vereinfachen. Generell wird auch auf eine entsprechende Schutzkleidung geachtet. Dabei ist sicherlich der Helm der wichtigste Teil der Ausrüstung. Die restliche Ausrüstung besteht aus einem speziellen Overall (von Höhlenforschern Schlaz genannt), Stiefeln oder festem Schuhwerk und Handschuhen.
Ebenfalls wichtig und unbedingt zu beachten sind die drei Grundregeln der Höhlenforschung
“Wenn Du in eine Höhle gehst…
nimm nichts mit,
lass nichts zurück,
zerstöre nichts und
schlag nichts tot!

Nach diesen Grundsätzen handelt und richtet sich jeder Höhlenforscher und achtet auf deren Einhaltung.