1. Geografische Übersicht

Der Pferdestall lieg in unmittelbarer Nähe zur Dechenhöhle. Der Hohlraum wurde bei den Bauarbeiten zur Eisenbahnstrecke zwischen Letmathe und Iserlohn entdeckt und aufgrund seiner Größe als Unterbringung für die Arbeitstiere genutzt. Heute liegt der Eingang direkt neben den Gleisen der Bahn, was eine Befahrung erheblich erschwert.
Die Knitterhöhle liegt fast genau unterhalb des Pferdestalls, ist aber nur von der Straße durchs Grüner Tal zu erreichen. Der Eingang liegt auf einem Privatgrundstück hinter einem Haus. Auch hier kann also nicht einfach so eingefahren werden.

2. Geologische Übersicht

Der Pferdestall und die Knitterhöhle liegen im Massenkalkstrang, der sich von Hagen, über Letmathe, Iserlohn und Hemer bis hin ins Hönnetal bei Balve erstreckt. Dabei handelt es sich um Kalk aus dem oberen Mitteldevon, vor etwa 380 Millionen Jahren.
Vor rund 20 Millionen Jahren, im Tertiär, begann sich das heutige Sauerland zu heben und die Höhlenbildung begann. Mit Beginn der Eiszeiten vor rund zwei Millionen Jahren begann auch die Eintiefung der Täler. Während der Warmzeiten fand die eigentliche Höhlenbildung statt, die Bildung der Dechenhöhlenetage vor rund 800.000 Jahren.
Da der Pferdestall auf der gleichen Höhe liegt wie die Dechenhöhle, ist ein ähnliches Alter für diese Hohlräume anzunehmen. Heute findet die Hohlraumbildung ca. 25m unterhalb der Dechenhöhle und des Pferdestalls statt. Der Höhlenbach fließt dort in der Knitterhöhle ganzjährig.

3. Die Höhle

Der Eingangsbereich des Pferdestalls besteht aus einem größeren Hohlraum mit einer steil nach unten führenden Schräge. Im unteren Bereit besteht der Pferdestall aus teilweise Lehmverfüllten Profilgängen.
Die beiden Höhlen waren mal durch einen Schacht miteinander verbunden. Durch die Bahnarbeiten wurde dieser Schacht später verfüllt mit Abraummaterial und ist nun nicht mehr befahrbar. Bei günstigen Wetterlagen kann man aber deutlich den Luftzug spüren der durch das grobe Abraummaterial hindurch zieht.
In extrem trockenen Sommern sinkt der Grundwasserspiegel manchmal so weit ab, dass der Knitterbach trocken fällt. Nur dann ist es möglich durch die teilweise sehr engen Gänge weiter zu quetschen und die ansonsten gefluteten Passagen zu erreichen.
Bei extremen Hochwässern kann der Knitterhöhle nicht mehr das gesamte Wasser fassen. Dann treten auf Höhe der Straße zahlreiche Quellen zu Tage und überfluten diese förmlich. Dabei drückt das Wasser aus vielen kleinen Löchern. Größere Überläufe, an denen ein Höhlenforscher ansetzen könnte, sind nicht auszumachen. In Alten Bildern und Beschreibungen des Grüner Tals gibt es aber Berichte über eine Art Quelltümpel auf Höhe des heutigen Imbiss “Dannis Grill”. Tatsächlich überschwemmt der Knitterbach an dieser Stelle alljährlich die Straße und anliegenden Gebäude.