1. Geografische Übersicht

Großer Canyon Friedrichshöhle
Im Großen Canyon im rechten Teil der Friedrichshöhle

Zwischen Hemer, Menden und Balve durchschneidet die Hönne ein Kalkplateau, das Höhen zwischen 230 und 310m üNN erreicht. Dabei hat sich die Hönne ein teilweise bis zu 60m tiefes Tal in den Kalkstein gegraben. Das Hönnetal ist für seine beeindruckenden Felsen und zahlreiche Höhlen, die zum Teil auch als Kulturhöhlen dienten, bekannt.
Die Friedrichshöhle liegt auf der linken Talseite in unmittelbarer Nähe der Feldhof- und Tunnelhöhle. Die drei Höhlen gehören zu einem großen Höhlensystem, von dem bis heute leider nur ein geringer Teil entdeckt ist. Die Höhlen liegen am nördlichen Ausgang des Binoler Eisenbahntunnels und sind zum Teil beim Bau des selbigen entdeckt worden.

2. Geologische Übersicht

Die Friedrichshöhle liegt im devonischen Massenkalk, der hier den ausstreichenden Remscheid-Altenaer-Sattel umschließt. Der Massenkalkgürtel zieht sich von Wuppertal über Hagen und Iserlohn bis nach Hemer, wo der Kalkzug nach Süden Richtung Balve abknickt und langsam ausstreicht. Dabei erreicht der Massenkalk eine Mächtigkeit von bis zu 1000m.
Umgeben ist das Massenkalkband von den mitteldevonischen Brandenberg und Honsel Schichten. Dabei handelt es sich um Schiefer, Grauwacken, Sandsteine und Tonschiefer. In den Honsel Schichten finden sich immer wieder Kalklinsen, die auf einzelne Stromatoporenbildungen zurück zuführen sind.
Im Bereich der Friedrichshöhle streichen die Schichten NNW-SSE und fallen in einem Winkel von 30-35° nach Nordosten ein. Wobei die Schichtungen teilweise schwer zu erkennen sind, da der Massenkalk hier zum Teil dolomitisiert ist.

3. Hydrologische Übersicht

Von der westlich gelegenen Deilinghofer Hochfläche aus fließen Bäche und Niederschlagswässer durch Schwinden und unterirdische Verbindungen der Hönne zu. Dabei sind keine eindeutigen Flie&szllig;wege auszumachen, da das verschwindende Wasser an mehreren Quellen wieder austritt.
Die größten Quellen sind die Freiligrath- mit 500l/s und die Feldhofquelle mit 400l/s. Neben den zwei großen Quellen gibt es noch zwei wesentlich kleinere Quellen, die Uhu- und die Burgquelle. In den letzten Jahren sind, vermehrt durch die großen Trockenheiten weitere Quellen, teils direkt im Bachbett der Hönne ausgemacht worden. Diese Quellen sind jedoch meist so klein, dass sie keine wichtige Rolle spielen.
Um festzustellen, wo die auf der Hochfläche und im Hönnetal verschwindenden Wässer wieder zu Tage treten, wurden zahlreiche Markierungsversuche durchgeführt. Die ersten bereits in den 30iger Jahre.
H.SCHMIDT führte 1970 erste Markierungsversuchen mit dem Detergentin Marlon A auf der Deilinghofer Hochfläche durch. Eingegeben wurde das Detergentin in die Bäingser Bachschwinde. Dabei wurden sehr hohe Durchflussgeschwindigkeiten von 2130 bzw. 1250 m/h festgestellt.
Verwunderlich allerdings ist, dass an der Feldhofquelle, der am nächsten gelegenen Quelle keinerlei Schaumbildung zu beobachten war. Bereits nach kurzer Zeit konnten Schaumbildungen an der Uhuquelle und der Burgquelle beobachtet werden.
1970 führte H.SCHMIDT einen weiteren Färbeversuch durch, diesmal an der Hermke Bachschwinde. Dabei konnte er an den folgenden Quellen Detergentin feststellen: Freiligrathquelle, Uhuquelle und Feldhofquelle. Dabei hat er Durchflussgeschwindigkeiten von 900m/h (Freiligrathquelle), 800m/h (Uhuquelle) und 700m/h (Feldhofquelle) festgestellt.
Es gab noch weiter Färbeversuche auf der Deilinghofer Hochfläche. Dabei wurden aber im Großen und Ganzen die bisher bekannten Ergebnisse bekräftigt.

4. Die Höhlen

4.1 Feldhofhöhle

Die Feldhofhöhle besteht hauptsächlich aus einem großen Hauptgang, mit einigen wenigen kurzen Abzweigungen. Der Hauptgang hat zum Teil eine Ausdehnung von 10m Höhe und 12m Breite.
Die Gesamtganglänge der Feldhofhöhle beträgt 189m. Vom Eingang aus nach hinten steigt die Höhle leicht an, bis sie im hinteren Teil in einen steilen Versturz mündet. Eben dieser Versturz blockiert die mögliche Fortsetzung und wird wohl nicht überwindbar sein.
Im 19. Jahrhundert wurden die in der Höhle eingelagerten Semdimente von den umliegenden Bauern auf den Felder verteilt, da sie einen hervoragenden Döuuml;nger darstellten. Leider wurden dabei auch sämtliche vorhandenen menschlichen Überreste und Hinterlassenschaften ausgeräumt und zerstört. Ab und zu kann man, wenn die Landwirte ihre Felder umgepflügt haben, das ein oder andere Steinwerkzeug auf den Feldern finden.

4.2 Tunnelhöhle

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt die Tunnelhöhle in direkter Nähe des Binoler Tunnels. Mit grade einmal 24m Gesamtganglänge, ist sie die kleinste der 3 Höhlen. Dafür ist der kurze Gang ein sehr ansehnlicher Profilgang mit einer schönen Ausprägung eines Schlüssellochprofils. Dazu ist die Tunnelhöhle die Herberge ettlicher Höhlenspinnen, Flater und anderer troglophilen Insektenarten.
Die Decke der Tunnehöhle ist von Mondmilch zum Teil mehrere cm dick bedeckt. Die Mondmilchstränge ziehen sich vom Eingang bis in den hintersten Teil der kleinen Höhle. Hier, im hintersten Teil, teil sich der Profilgang in drei kleinee arme auf, die kein Durchkommen für einen Menschen lassen.

4.3 Friedrichshöhle

Die Friedrichshöhle ist die längster der drei Höhlen, mit einer Gesamtganglänge von ca. 1290m und einer Höhendifferenz von 25m. Die tiefsten Teile der Höhle liegen grademal einen Meter über der Feldhofquelle, die höchsten Teile nur drei Meter tiefer als die Feldhofhöhle. Alle bisher bekannten und erforschten Teile liegen in einer Grundfläche von 100 x 120m.
Mit der Feldhofhöhle zusammen, lassen sich im Friedrichshöhlensystem 4 Etagen ausmachen. Die Feldhofhöhle stellt die oberste Etage dar. In der Friedrichshöhle selber gibt es die oberste Etage bei etwa +10m, die mittlere Etage, welche auf Eingangsniveau liegt, und die untere Etage, bei -15,5m.
Zusätzlich kann man das Höhlensystem nach den für die Entstehung verantwortlichen Wässer unterteilen. Der Rechte Teil, meist hangnah zum Bremkebachtal gelegen, wurde eben von jedem Bremkebach geprägt. Dieser Teil zeichnet sich durch ausgeprägte Profilgänge in Canyonform oder phreatischer Form aus. Der Linke Teil ist von der Hönne geprägt und ist ein an Klüften orientiertes System mit teils sehr großen Hohlräumen.
Besonders die unterste Etage ist durch starke Sedimenteinbringungen gekennzeichnet. Diese Etage muss mehrfach mit Lehm verfüllt gewesen sein, was deutlich an den Sintermarken erkennbar ist, die man durch die gesamte untere Etage hindurch verfolgen kann. Durch große Ereignisse m/uuml;ssen diese Lehmmassen wieder ausgewaschen worden sein. Es ist aber immer noch reichlich Lehm vorhanden, was eine weitere Erforschung der noch unbekannten Teile deutlich erschwert.

5. Potential?!

Durch weiter oben beschriebene Färbeversuche wurde deutlich, welch großes Potential das Friedrichshöhlensystem hat. Eine Erstreckung von den Hönneschwinden in Binolen und den Schwinden auf der Deilinghofer Hochfläche bis zur Feldhofquelle ist durchaus möglich. Durch komplizierte Verstürze und massiven Lehmeintrag wurden die Forschungen massiv erschwert.
Im Rechten Teil müssen weitere, große Teile vorhanden sein, denn der Große Canyon zieht dort hindurch, vom Bramkebachtal kommend Richtung bergeinwärts und endet abrupt an einer Störung, die von oben mit großen Blöcken und Sedimenten verfüllt worden ist.
Der linke Höhlenteil bietet die Möglichkeit in die wasserführenden Teile zu gelangen. Irgendwo im Bereich der Erzkluft queert die Hönne die bekannten Höhlenteile und strömt zur Feldhofquelle. Die dahinter liegenden Teile dürften eine ansehnliche Größe aufweisen und vielleicht zur ein oder anderen Bootsfahrt einladen.

HIER FOLGT NOCH MEHR!!!